Alphadi Hidara
Alphadi Haidara.

Heinrich-Barth-Haus

Nachruf

Am 19. Juni 2007 verstarb Alphadi Haidara, der Eigentümer des Heinrich-Barth-Hauses in Timbuktu; seiner Initiative verdankt das Heinrich-Barth-Haus seinen heutigen Ruf als ansprechendes Museum.
Die Heinrich-Barth-Gesellschaft hat die Absicht, mit Unterstützung lokaler Handwerker, eine Gedenktafel fertigen und zu lassen.
Alphadi Haidaras ältester Sohn, Moulaye, wird sich weiterhin um das Heinrich-Barth-Haus kümmern.

Das Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu
Entwicklung seit 1998

Einzug in Timbuktu
Museumsraum im Heinrich-Barth-Haus, Timbuktu.

Die Mitglieder der Heinrich-Barth-Gesellschaft erinnern sich sicher an ein Projekt, durch welches der Aufenthalt Heinrich Barths in Timbuktu eine dauerhafte Würdigung bekommen sollte: im Haus, in dem Barth während seines Besuchs im Jahr 1853 die meiste Zeit wohnte, richteten Mitglieder der HBG ein Zimmer als kleines Museum her, vor allem durch großformatige Informationstafeln über die Leistungen Barths. Zu den Tafeln ließ das Heinrich-Barth-Institut mit Mitteln des Auswärtigen Amtes durch Clara Himmelheber zudem eine Informationsbroschüre erstellen und nach Timbuktu bringen, die vor allem den touristischen Besuchern im Heinrich-Barth-Haus angeboten wird. Durch das Engagement und die Initiative des Hausbesitzers, Herrn Alphadi Haidara, wurde in den letzten beiden Jahren ein zweiter Raum als Museumsraum hergerichtet, mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Bamako einige Renovierungsarbeiten vollzogen und eine Wandvitrine gebaut. Das ausliegende Besucherbuch dokumentiert den Zuspruch und die Anerkennung durch die Besucher.

Um die Möglichkeiten des Angebots zu erweitern, beschloss der Vorstand der HBG im vergangenen Jahr, dem Haus einen Videorecorder zur Verfügung zu stellen, um die Filme über Heinrich Barth vorführen zu können. Die Gesellschaft stellte einen Antrag auf finanzielle Förderung dieses Projektes bei der Heinrich-Barth-Stiftung (heute: Jutta-Vogel-Stiftung), die entsprechende Mittel dafür freigab. Während eines Empfangs im Heinrich-Barth-Haus am 13.1.2004, an dem neben der Reisegruppe der Heinrich-Barth-Gesellschaft die wichtigsten örtlichen Honoratioren, der bedeutende Historiker Timbuktus, Salem Ould Elhadj, auch der Vertreter des Deutschen Entwicklungsdienstes in Timbuktu (Herr Kliewe) sowie der Erste Sekretär der Deutschen Botschaft aus Bamako (Herr G. Schmidt) teilnahmen. Mit viel Beifall wurde das Gerät übergeben und in Betrieb genommen. Frau Jutta Vogel, Köln, Gründerin der Heinrich-Barth-Stiftung und HBG-Mitglied, wurde von den Gästen besonders herzlich gedankt.

Unter den Gästen war auch eine Gruppe junger Leute aus der Stadt, die sich dem Andenken an Heinrich Barth verpflichtet fühlen. Ein Sohn von Herrn Haidara gründete 2003 den "Club Heinrich Barth Tombouctou". Neben dem Ziel, die Person Barths zu würdigen und seine Leistungen darzustellen, will sich dieser Verein auch lokalen kulturellen Fragen im Sinne einer Bewußtseinsbildung für kulturelle Identität widmen. Die HBG soll dabei beratend helfen.

Als Geste der Kooperation schenkte der Club den deutschen Gästen jeweils ein T-Shirt mit der Abbildung Heinrich Barths.

(Quelle: Klaus Schneider: Das Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu. Entwicklung seit 1998. In: Heinrich-Barth-Kurier, Frühjahr 2006, S. 14)