"Ich bin niemals weiter vorgedrungen, ohne zu wissen, dass ich hinter mir einen aufrichtigen Freund liess."(Barth 1857, I: XIII)

Heinrich Barth: Reisender und Forscher

Tripolis - Tschadsee - Timbuktu

Zwei Jahre nach seiner ersten Reise durch die Mahgrebländer, über Libyen, Ägypten, durch Kleinasien bis nach Griechenland schloss sich Heinrich Barth im Jahr 1849 einer britischen Expedition zum Tschadsee an, deren Ziel es war, engere Beziehungen zu dem Reich Bornu zu knüpfen, den Sklavenhandel durch die Sahara zu unterbinden und das Gebiet wissenschaftlich zu erforschen. Seine fünfjährige Reise, bei der er fast 20.000 km zurücklegte, führte ihn zu den Tuareg, nach Bornu, nach Nordkamerun und zuletzt in die alte Karawanenmetropole Timbuktu.

Barths drei Begleiter starben im Verlauf der Expedition, und auch Barth wurde in Deutschland lange Zeit für tot gehalten.

Heinrich Barths 3.500-seitiges Werk "Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika, in den Jahren 1849 bis 1855" ist die bedeutendste Einzelleistung der Afrikaforschung im 19. Jahrhundert. Sein Bericht birgt lange Exkurse über einzelne Völker und Regionen, eine Fülle von Angaben über Sprachen, Sitten, politische Institutionen und über den afrikanischen Islam.

Ein halbes Jahr lebte Heinrich Barth in Timbuktu und in der näheren Umgebung der Stadt. In dieser Zeit sammelte er Informationen über Leben, Sitten, Geschichte und Sprache der Tuareg. Dabei stand er unter persönlichem Schutz des Scheikh al-Baqqai, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verband. Der Muslim schätzte das Gespräch mit dem Christen und erlaubte Barth Einsicht in wertvolle Handschriften, vor allem in Chroniken, welche die Geschichte des Sudan enthielten und Barth in seiner Überzeugung bestärkten, daß Afrika kein geschichtsloser Kontinent ist. Al-Baqqai stellte Barth auch das Haus zur Verfügung, das heute als Gedenkstätte des großen Afrikareisenden dient.

Seine Schriften gelten bis heute in Fachkreisen als reiche Quelle für die Geschichte Nord- und Westafrikas.